Arbeitskreis Krankenhaus der Zukunft: Ist der Roboter der bessere Arzt? – Das Da Vinici-Operationssystem & Initiative zur Unterstützung internat. Ärzte bei ihrer beruflichen Integration

Am 14. November 2016 fand in der PEG – DIE AKADEMIE die Sitzung des Arbeitskreises „Krankenhaus der Zukunft“ des Health Care Bayern e.V. statt.

Der erste Vortrag von Prof. David Schilling, Klinik für Urologie, Isar Kliniken GmbH widmete sich dem Thema „Ist der Roboter der bessere Arzt? Fakten und Hintergründe zum Da Vinci-Operationssystem“

Besonders in der Urologie werden immer mehr Operationen, speziell Prostatektomien, inzwischen auch in Deutschland Roboter-assistiert durchgeführt. Ausschlaggebend sei die verbesserte OP-Qualität sowie die schnellere Heilung der Patienten. Ursprünglich wurden die Roboter für das US-Militär hergestellt, verzeichnen aber erst seit ihrem Einsatz in zivilen Krankenhäusern Erfolge.
Es gäbe weltweit nur ein Roboter-Modell, das sich für diesen Einsatz etabliert habe – das Da Vinci Operationssystem. Daher gibt es keinen Preiswettbewerb. Auf der anderen Seite befinden sich deutsche Krankenhäuser im DRG-Korsett.
Kliniken, die einen Da Vinci Roboter vorweisen können, sind besonders attraktiv für Patienten. Das führt dazu, dass Kliniken sich im Anschaffungsdruck befinden.
Ähnlich wie bei minimalinvasiven Operationen benötigen Ärzte ganz spezielle OP-Erfahrungen mit dem Robotersystem. Herr Schilling geht davon aus, dass etwa 200 Eingriffe pro Arzt notwendig sind, um diese genauso erfolgreich durchzuführen wie minimalinvasive oder offene Operationen. Wer jahrelang mit dem Da Vinci System gearbeitet hat, tut sich als Operateur schwer, wieder zu diesen Operationsmethoden zurückzukehren.

Der zweite Vortrag von Dr. Johanna Faust, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) widmete sich dem Thema: „Netzwerk Medizin: Initiative der DGE zur Unterstützung internationaler Ärzte bei ihrer beruflichen Integration – Situation und Perspektiven in Bayern“

Die Approbation von Ärzten aus dem Nicht-EU Ausland gestaltet sich in Bayern mit einer Dauer von etwa zwei Jahren ab Antragsstellung zeitaufwendig. Häufig fällt die Gleichwertigkeitsprüfung des Abschlusses negativ aus, sodass eine Kenntnisprüfung (vergleichbar mit dem dritten Staatsexamen in Deutschland) erforderlich wird. Durch die geringe Anzahl an Prüfungsterminen (zwei Termine pro Jahr) kommt es allerdings zu langen Wartezeiten und somit zu Verzögerungen in der Anerkennung. Die anwesenden syrischen Medizinern im Arbeitskreis betonten, dass Flüchtlinge mit Aufenthaltsgenehmigungen nach Visa§§16 und 18c keine Unterstützungsleistungen für Schulungskurse und Bücher bekommen. Viele der Flüchtlinge halten sich allerdings mit dem Visum zur Arbeitsplatzsuche für qualifizierte Fachkräfte in Deutschland (Visum §18c) auf.
Die Thematik der langen Wartezeiten für die Anerkennung sei im Bayerischen Landtag bekannt und Lösungen werden geprüft.
Dr. Johanna Faust hat zum Austausch für Betroffene und Interessierte eine Facebook-Gruppe „Netzwerk Medizin“ gegründet.

Herzlichen Dank an den Arbeitskreisleiter und unser Vorstandsmitglied bei Health Care Bayern e.V., Anton J. Schmidt, für die Durchführung der Veranstaltung.
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Von |30 11 2016|

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